{"id":38,"date":"2019-04-11T14:40:43","date_gmt":"2019-04-11T14:40:43","guid":{"rendered":"https:\/\/empas.de\/?p=38"},"modified":"2019-04-12T08:20:40","modified_gmt":"2019-04-12T08:20:40","slug":"so-kann-es-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empas.de\/index.php\/2019\/04\/11\/so-kann-es-gehen\/","title":{"rendered":"So kann es gehen"},"content":{"rendered":"\n<p>K\u00f6nnen Sie sich vielleicht in die folgende Geschichte hineinversetzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es war einer dieser\nMontage, die man auch gerne aus dem Kalender streichen m\u00f6chte. Schon die Fahrt\nzur Arbeit signalisierte, dass der Tag eine Herausforderung werden w\u00fcrde.\nManchmal hat man es einfach im Gef\u00fchl, wenn Unheil droht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Verantwortlicher f\u00fcr die Instandhaltung und Revision\nhabe ich gl\u00fccklicherweise eine ganze Reihe von Mitarbeitern, die mir helfen die\n\u201eEmma\u201c, wie wir unsere Anlage liebevoll nennen, bei guter Laune zu halten. Es\ngeh\u00f6rt jede Menge Wissen und Gesp\u00fcr f\u00fcr die Bauteile und die Gesamtanlage dazu,\ndieser Aufgabe gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Problem bei diesem Job ist das richtige Ma\u00df zu finden.\nStellt man stets sicher, dass die Pumpen, Filter und Messger\u00e4te regelm\u00e4\u00dfig\ngepr\u00fcft werden, gibt es gro\u00dfe Diskussionen wegen der manchmal notwendigen\nStillstandzeiten. Denn w\u00e4hrend der unproduktiven Zeit verdient die Anlage kein\nGeld. \u00dcber die Ersatzteile, die dann meist viel zu fr\u00fch ausgetauscht werden,\nganz zu schweigen. Auch hier entstehen erhebliche Kosten. Bei einem zyklischen\n\u00dcberarbeiten der Bauteile tauschen wir eher mal ein Teil aus, was noch eine\nWeile verwendet werden k\u00f6nnte, denn man wei\u00df ja nie, wann die n\u00e4chste\nStillstandzeit gew\u00e4hrt wird. Au\u00dferdem haben wir f\u00fcr dieses Level der\nAusfallsicherheit nicht genug Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4uft die Emma gut, redet keiner dar\u00fcber. Dann sind wir die\nAbteilung im Hintergrund, die man eben haben muss, nicht jedem ist allerdings klar\nwarum. Dabei sind wir das \u201eSchmiermittel\u201c im Getriebe \u2013 ohne geht es nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Monaten gab es nur Kleinigkeiten, die schnell\nzu l\u00f6sen waren. Es ist gerade Urlaubszeit und die Konjunktur hat deutlich\nangezogen, sodass wir alle froh sind, dass alles \u201ewie geschmiert\u201c l\u00e4uft. <\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wichtige Bauteile kaputt, ist der \u00c4rger gro\u00df. Und so\nsollte es auch an diesem Montag sein. Ich konnte noch nicht einmal meine Jacke\nam Morgen ausziehen, als mich der Anruf erreichte. Die Pumpe 3715 in Block A macht\nlaute Ger\u00e4usche, so dass es einem selbst durchs Telefon kalt den R\u00fccken runter\nl\u00e4uft und die Pumpe sch\u00fcttelt sich fast so sehr wie ein nasser Hund nach einem\nkr\u00e4ftigen Regenguss. Das h\u00f6rt sich nicht gut an. Aber meine jahrelange\nErfahrung sagt mir, dass es auch undramatische Ursachen f\u00fcr ein solches\nVerhalten gibt. So kann z.B. ein Ventil in der Saugleitung nicht komplett\nge\u00f6ffnet sein oder der Filter, der vor der Pumpe sitzt ist mal wieder nicht\np\u00fcnktlich gereinigt worden. Meine Leute sind auch schon vor Ort und halten mich\nauf dem Laufenden.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Prozessabschnitt l\u00e4uft die Produktion f\u00fcr einen\nunserer wichtigsten Kunden, sodass wir m\u00f6glichst schnell das Problem gel\u00f6st\nhaben m\u00fcssen. Der Liefertermin wurde aufgrund von Lieferengp\u00e4ssen beim Material\nbereits drei Mal verschoben. Das hat bereits zu angeregten Diskussionen mit dem\nKunden gef\u00fchrt. Der Verkauf sitzt also sowieso schon ein wenig auf hei\u00dfen\nKohlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauert nicht lange und der Verkauf wird Bescheid \u00fcber das\nProblem in Block A wissen. Dann steht das Telefon nicht mehr still. Und so\nsollte es auch bereits eine knappe Stunde nach der ersten Meldung \u00fcber Pumpe\n3715 sein. \u201eMeine Leute sind an der Sache\u201c, versichere ich, und wir hoffen\nalle, dass die Angelegenheit bald erledigt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>So gegen 10:00 Uhr und gef\u00fchlte 20 Stunden sowie einige\nTelefonate sp\u00e4ter, ist unverkennbar, dass unser \u201eSorgenkind\u201c ein wirkliches\nProblem hat. Die genaue Ursache f\u00fcr den Aufschrei der Pumpe ist zwar noch nicht\ngekl\u00e4rt, aber klar ist, dass die Pumpe in diesem Zustand nicht wieder in\nProduktion gehen kann. Nach der Recherche einer der Mitarbeiter wurde \u00fcber das\nWochenende mehrfach die Produktion runtergefahren. Dabei ist die Pumpe arg\nstrapaziert worden, da die Mindestmenge mehrfach unterschritten wurde. Auf Dauer\nh\u00e4lt das keine Pumpe aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ganzes Team baut die Pumpe so weit auseinander, dass das\nProblem genauer analysiert werden kann. Ein weiterer Mitarbeiter pr\u00fcft schon\nmal die Ersatzteillage f\u00fcr den Pumpentyp. Dass es aber auch ausgerechnet diese\nPumpe sein musste. Von allen anderen Pumpentypen haben wir zumindest mal eine\nals Ersatz im Lager. Aber die 3715 stellt einen Sonderfall dar. Sie sollte\neigentlich auch komplett ausgetauscht werden, da sie jetzt schon einige Jahre\nauf dem Buckel hat und nicht in die Baureihe der anderen Pumpen passt. Aber\naufgrund der besonderen Konjunkturlage, haben wir die Angelegenheit noch nicht\nangegangen. Die Entscheidung wurde immer wieder verschoben und auch die Ersatzteilhaltung\nnat\u00fcrlich runtergefahren, da man die Pumpe ja nicht mehr lange in Betrieb\nhalten wollte. Nun r\u00e4cht sich die Verz\u00f6gerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich die Liste der verf\u00fcgbaren Ersatzteile vor mir\nliegen habe, denke ich \u201ewenn nicht ausgerechnet die Kupplung defekt ist\u201c. Aber\nnach einer weiteren Stunde ist klar, die Kupplung ist es nicht. Ich bin noch\nnicht fertig mit einem tiefen Atemzug, als klar ist, dass nur ein Monteur des\nPumpenlieferanten das Problem beheben kann. Die Ersatzteile sind\ngl\u00fccklicherweise noch verf\u00fcgbar, was bei einem alten Sch\u00e4tzchen wie der 3715\nnicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Aber wenn wir Urlaubszeit haben, dann hat das\nunser Pumpenlieferant auch. Zwei der Fachleute sind bereits in Ruhestand und\nunser gesch\u00e4tzter Herr Meyer ist derzeit auf einem Einsatz in England. Und das\nsoll noch ganze zwei Wochen dauern. Das bedeutet nichts Gutes. Zwei Wochen\nStillstand kann ich dem Verkauf nicht verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens jetzt wei\u00df ich woher der Satz \u201eGuter Rat ist teuer\u201c\nkommt. Der Monteur muss eingeflogen werden. Es ist mittlerweile 17:00 Uhr und\ndaher kann Herr Meyer erst am n\u00e4chsten Tag die erste Maschine nehmen und wird\ngegen Mittag bei uns eintreffen. Die noch fehlenden Ersatzteile sollen per\nExpress dann auch geliefert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nacht ist nicht sehr erholsam und auch der Vormittag ist\nmit den Vorbereitungen f\u00fcr die Reparatur sehr gesch\u00e4ftig. <\/p>\n\n\n\n<p>Endlich kommt Herr Meyer bei uns an und begibt sich auch\nsofort an die Arbeit. Nach zwei Stunden gibt es die n\u00e4chste Hiobsbotschaft. Die\nKavitation hat einen Teil der Laufr\u00e4der vaporisiert. Daher m\u00fcssen jetzt alle\nausgetauscht werden, da sonst eine Unwucht die Welle zerst\u00f6ren wird. Apropos\nWelle: zu unserer gro\u00dfen \u00dcberraschung muss diese auch ausgetauscht werden,\nmitsamt dem Lager.<\/p>\n\n\n\n<p>Um es kurz zu machen: Der Stillstand hat insgesamt vier Tage\ngedauert und mir eine Menge unerfreuliche Telefonate mit der Gesch\u00e4ftsleitung\nbeschert. Herr Meyer hat uns jedoch noch einige Informationen zu dem Vorfall\ngeben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Filter vor der Pumpe wurde aufgrund geringf\u00fcgig\nst\u00e4rkerer Verunreinigungen im Medium zugesetzt. Die zyklische Reinigung des\nFilters hat daher nicht funktioniert. Durch den zugesetzten Filter konnte das\nMedium nicht schnell genug nachflie\u00dfen. In der Pumpe hat dann Kavitation ihr\nUnwesen getrieben. W\u00e4hrend der kurzen Produktionspausen am Wochenende muss es\nzu Gasbildung im Medium gekommen sein. Das passierte in diesem Fall ungew\u00f6hnlich\nschnell, jedoch war die Pumpe aufgrund des zugesetzten Filters sowieso schon\nauf h\u00f6herer Temperatur. Ist bekannt, dass sich Gasblasen in der Pumpe gebildet\nhaben, wird zun\u00e4chst manuell entl\u00fcftet. Da den Mitarbeitern aber nicht bewusst\nwar, dass sich Gasblasen gebildet haben, ist das auch nicht geschehen und hat\ndas Lager und die Welle in Mitleidenschaft gezogen. Alles in Allem ein Schaden\nvon 170.000 \u20ac f\u00fcr Ersatzteile und Monteureinsatz. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Betrag ist aber nichts gegen die Stillstandzeiten von\ninsgesamt 4 Tagen. Der Kunde ist zum Mitbewerber gegangen, da dort keine\nSchwierigkeit mit der Lieferung bestand. Ein langfristiger und gro\u00dfer Auftrag\ngeht damit verloren. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAus dem Schaden soll man klug werden\u201c, so sagt der\nVolksmund. Nachdem wir die Anlage in Block A wieder in Betrieb haben, sind wir\ndie Ursachen und m\u00f6gliche Hinweise noch mal durchgegangen. Da wir ja eine Reihe\nPumpen im Einsatz haben, m\u00f6chten wir gerne unsere Instandhaltungszyklen\noptimieren. Der Preisdruck auf dem Markt wird immer h\u00f6her und wir wollen in\nZukunft im Vorfeld wissen, was wir bei welcher Pumpe an Reparaturen erwarten\nm\u00fcssen. Sch\u00e4den k\u00f6nnen so vermieden, Ersatzteile fr\u00fchzeitig besorgt und Reparaturen\ngeplant werden. Eine Investition in ein Mess- und Analysetool w\u00e4re sicher\nschnell amortisiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir ben\u00f6tigen ein kompaktes Ger\u00e4t, welches individuell auf die jeweilige Pumpe zugeschnitten wird. Ein Ger\u00e4t wie <strong>e<\/strong>mpas.<strong> e<\/strong>mpas h\u00e4tte f\u00fcr die Pumpe die Mindestmenge selbstst\u00e4ndig geregelt. Dadurch w\u00e4re es nicht zur Kavitation gekommen. Dar\u00fcber h\u00e4tte <strong>e<\/strong>mpas die Mitarbeiter fr\u00fchzeitig \u00fcber den verstopften Filter informiert, so dass durch das Saugrohr immer genug Nachschub h\u00e4tte flie\u00dfen k\u00f6nnen. Auch das Problem mit der Gasbildung in der Pumpe nicht nur gemeldet, sondern auch gel\u00f6st. Selbstt\u00e4tig w\u00e4re ein Entgasungsstutzen ge\u00f6ffnet worden, wodurch das Gas h\u00e4tte entweichen k\u00f6nnen. Lager und Welle h\u00e4tten keinen Schaden genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir eine Einrichtung wir <strong>e<\/strong>mpas gehabt h\u00e4tten, w\u00e4re  die Woche ganz anders gelaufen. Ja, ein individuell konfiguriertes EKG  der Pumpe, h\u00e4tte uns das alles erspart. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/empas.de\/index.php\/startseite\/privacy-policy\/\">Impressum<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/empas.de\/index.php\/startseite\/datenschutz\/\">Datenschutz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen Sie sich vielleicht in die folgende Geschichte hineinversetzen? Es war einer dieser Montage, die man auch gerne aus dem Kalender streichen m\u00f6chte. Schon die Fahrt zur Arbeit signalisierte, dass der Tag eine Herausforderung werden w\u00fcrde. Manchmal hat man es einfach im Gef\u00fchl, wenn Unheil droht. 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